Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

    Können Larven lernen?/Are larvae able to learn? - Klassische Konditionierung von Taufliegenlarven im Rahmen eines bilingualen Lehr-Lern-Labors

    Autorin: Daniela Bauer
    Betreuerin: Dr. Sabine Gerstner

    Jeder kennt sie: Sie ist im Sommer ständig Gast in unserer Küche und kaum loszuwerden und wird besonders unangenehm, wenn sie ihre Larven in unserem Obst hinterlässt. Die Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Doch wer hätte gedacht, dass das Insekt bereits in seiner Larvenform fähig ist zu lernen?

    Wissenschaftler der Neurobiologie an der Universität Würzburg konnten anhand eines Versuchs zur klassischen Konditionierung beweisen, dass sie zu einfachen Lernvorgängen in der Lage sind. Dafür wurden Fruchtfliegen-Larven in einem Training zwei unterschiedlichen Duftstoffen ausgesetzt, wobei einer der beiden mit einer Futterbelohnung verknüpft wurde. Im anschließenden Test wurden den Larven beide Duftstoffe gleichzeitig präsentiert und ihre Reaktion auf diese dokumentiert. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die Larven zu dem Duftstoff, der im Training mit Futter assoziiert wurde, bevorzugt hinbewegten.

    Aufgrund des einfachen Aufbaus des Versuchs und dem Bezug zum Lehrplan der zwölften Klasse, wurde in früheren Arbeiten ein Konzept für ein Schülerlabor mit dem Thema „Klassische Konditionierung“ entworfen. Da dieses Thema der Verhaltensbiologie zuzuordnen ist, die im herkömmlichen Unterricht meist nur theoretisch behandelt wird, ist es den Schülern im Labor möglich ihr Wissen praktisch anzuwenden.

    Aufbauend auf den bereits bestehenden Grundlagen, wurde das Konzept des Kurstages überarbeitet und problemorientiert gestaltet. Dazu gehörte die Konzeption eines theoretischen Einführungsvortrags, die Überarbeitung des Schülerskripts, die Umgestaltung des Versuchs für eine höhere zeitliche Effizienz, eine didaktische Analyse des Kurstages und die Ausarbeitung eines Fragebogens zur Überprüfung des Lernzuwachses. Darüber hinaus wurde für die Erarbeitung eines bilingualen Konzeptes das gesamte Material in die englische Sprache übersetzt. Im Schülerskript wurden für die bessere Verständlichkeit graphische Darstellungen und ein Vokabelanhang ergänzt.

    Das Lehr-Lern-Labor wurde in erster Linie konzeptioniert, um an der Universität unter Betreuung von Studenten durchgeführt zu werden, in die Betrachtung mit einbezogen wurde aber auch eine Bereitstellung der Materialen für die eigenständige Durchführung an Schulen. Bislang war dies zwar mit dem bestehenden Material möglich, der Versuchsgegenstand, sprich die geeigneten Larven, mussten aber an der Universität bestellt werden. Um den Versuch für Schulen vollständig unabhängig von der Universität gestalten zu können, wurde im Rahmen dieser Arbeit daher zusätzlich die Haltung und Aufzucht von Drosophila melanogaster mit einfachen, nachahmbaren Mitteln erprobt, für die Zwecke des Versuchs optimiert und beschrieben.

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