Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

    Lebende Tiere im Biologieunterricht des Gymnasiums am Beispiel von Kornnatter und Bartagame - Statistische Erfassung des kognitiven und affektiven Lernerfolgs sowie die Auswirkung auf das Interesse eigener Tierhaltung im Lehr-Lern-Labor

    Autor: Michael Wolf
    Betreuer: Dr. Thomas Heyne

     

    Mama, Papa, ich möchte ein Haustier!

    Dieser Satz mag vielen Eltern wohl sehr bekannt vorkommen. Dabei denkt man in unserer mitteleuropäischen Kultur in erster Linie an einen Hund, eine Katze, einen Zwerghamster oder einen Wellensittich - an Tiere, die man kennt und die man einschätzen kann. Was aber, wenn das Kind sagt: „Ich möchte eine Schlange! Ich möchte eine Echse!“ Sehr schnell wird sich bei diesem Gedanken in vielen Eltern ein mulmiges und unbehagliches Gefühl breit machen – doch warum? Genau dieser Frage gilt es nachzugehen. Warum lösen Reptilien andere Reaktionen aus als die bereits genannten Haustiere? Warum werden Reptilien oftmals als ungeheuer empfunden oder schlichtweg gemieden?

    Ist es das Unwissen über diese Tiere? Die fehlende Kenntnis über deren Lebensweise oder den richtigen Umgang mit ihnen? Ist es eine Angst? Die Angst davor, deren Verhalten fehlzuinterpretieren und so selbst Gefahr zu laufen, verbunden mit der vagen Ahnung, dass es unter ihnen doch giftige und gefährliche Tiere gibt? Oder hängt es davon ab, wie wir diese Tiere kennenlernen? Sind es die ersten Begegnungen mit Reptilien, die uns in jungen Jahren unser Leben lang prägen? Bereits im Kindergarten oder der Grundschule hören viele Kinder erste Geschichten aus der Bibel. Schon hier nimmt die Schlange eine hinterlistige, ja sogar teuflische Rolle ein. Sie verführt den Menschen und wird von Gott dafür bestraft. Auch andere Kindergeschichten wie die Disneyverfilmung des Dschungelbuchs zeigen die Schlange Kaa als Gehilfen des bösen Shir Khans, wodurch sie selbst negativ besetzt ist. Und dies sind nur zwei Beispiele, die für Kinder der erste Kontakt mit Reptilien sein können.

    Wer sich jedoch, oftmals von einem prägenden Erlebnis angestoßen, ernsthaft und intensiv mit diesen Tieren beschäftigt, kann die vielen Vorurteile sehr schnell ablegen und sich selbst ein realistisches Bild machen.

    Gerade als Lehrer bietet sich hier die Möglichkeit, Schüler genau diese prägenden Momente erleben zu lassen und es sich so selbst zur Aufgabe zu machen, andere Menschen, vor allem junge Menschen, die noch von einer großen kindlichen Neugier geprägt sind, ebenfalls für diese faszinierenden Tiere zu öffnen und zu begeistern, um so langfristig sowohl das Wissen über Reptilien zu stärken als auch die Angst vor ihnen zu nehmen.

    Der Schülerprojekttag „Reptilien hautnah“, der im Rahmen dieser schriftlichen Hausarbeit durchgeführt wurde, setzt sich genau diese Ziele. Im Mittelpunkt steht dabei, neben einem gezielten Vermitteln von Faktenwissen über die verschiedensten Lebensbereiche, die Begegnung mit dem lebenden Exemplar selbst. Eine Begegnung, die in Erinnerung bleiben soll.

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