Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie

    Trust, but verify/Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - Bilinguale Lebensmittelanalytik im Lehr-Lern-Labor

    Autor: Christopher Schmitt
    Betreuerin: Dr. Sabine Gerstner

    In Zeiten von Fastfood und einer reichlichen Fülle an Fertiggerichten im Supermarkt, fehlt vielen Verbrauchern eine Kenntnis über die Inhaltsstoffe ihrer Lebensmittel. Zwar geben die Hersteller im Kleingedruckten ihre Inhaltsstoffe an, jedoch sorgten etliche Lebensmittelskandale für Misstrauen bei den Verbrauchern. Ferner ist der Lebensmittelsektor ein hart umkämpfter Markt, bei dem Händler die Preise möglichst gering zu halten versuchen. Dies mag auch ein Grund für Tricks der Lebensmittelindustrie sein, wobei zur eigenen Gewinnmaximierung Ersatzprodukte beziehungsweise billigere Rohstoffe verwendet werden. Kann man den Angaben der Händler und Hersteller also immer vertrauen? Welches Fleisch wird eigentlich in einem Wiener Würstchen verarbeitet? Und ist auf dem Döner Kebab ausschließlich die Fleischsorte zu finden, die man auf dem Schild am Dönerstand lesen kann?

    Diesen und weiteren Fragen können die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe in einem Kurstag des Lehr-Lern-Labors Biologie der Universität Würzburg nachgehen. Beim Kurstag „Was steckt in einem Hotdog?“ bzw. „What's in a hot dog?“ lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man mithilfe von molekularbiologischen Methoden die Tierart identifizieren kann, welche in einer Wurst- bzw. Fleischprobe verarbeitet wurde. Als Methoden kommen die DNA-Extraktion, die Polymerase-Kettenreaktion und die Agarose-Gelelektrophorese zum Einsatz, welche im üblichen Schulunterricht meist nur theoretisch besprochen werden können.

    Wie bereits die beiden Titel des Kurstages verraten, wurde der Kurs sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache durchgeführt. Der deutsche Kurstag wurde aufbauend auf einer früheren Fassung überarbeitet und neu konzipiert. Dabei lag der Schwerpunkt bei der Ausarbeitung einer neuen theoretischen Einführung und der Überarbeitung des Schülerskripts. Neu entwickelt wurde die englischsprachige Version „What's in a hot dog?“ im Rahmen des bilingualen Sachfachunterrichtes Biologie. Hier entstanden das englischsprachige Schülerskript und speziell auf den Kurstag abgestimmte Vokabellisten.

    Die Labortage wurden mit zwei Kursen der gymnasialen Oberstufe durchgeführt. Dabei war die Arbeitssprache einmal Deutsch und einmal Englisch. Nach einer grundlegenden Einführung in die molekularbiologischen Methoden und die Arbeit in einem Labor, führten die Schülerinnen und Schüler das Experiment in Gruppenarbeit durch und werteten zum Schluss die Resultate aus.

    An den Labortagen wurden Daten mittels Wissenstest erhoben. Durch einen Vortest und Nachtest sollte festgestellt werden, ob bei den Schülerinnen und Schülern ein kurzfristiger kognitiver Lernzuwachs stattgefunden hat. Aufgrund des Untersuchungsdesigns war insbesondere die Frage danach interessant, ob Unterschiede beim Wissenszuwachs zwischen dem deutschen Kurs und dem englischen Kurs nachzuweisen sind. Zudem erfolgte eine Evaluation des Kurstages durch die Schülerinnen und Schüler, wobei sowohl bilingualer Sachfachunterricht, als auch didaktische Methodik und der Labortag an sich thematisiert wurden.

    Die Ergebnisse des Wissenstests zeigten, dass bei den Schülern ein signifikanter kurzfristiger Lernzuwachs stattgefunden hat. Darüber hinaus waren keine Unterschiede beim Wissenszuwachs zwischen dem deutschen und dem englischen Kurstag festzustellen. Anhand der Daten des Evaluationsbogens konnte erschlossen werden, dass viele Schülerinnen und Schüler grundsätzlich für bilingualen Biologieunterricht oder bilinguale Projekte wie den Kurstag „What’s in a hot dog?“ bereit wären.

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