Fakultät für Biologie - Fachdidaktik Biologie
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    Einfluss des Klimawandels auf die Bayerischen Wälder, mit speziellem Fokus auf den Aufbau und die Verbreitung der gegenwärtig wichtigsten Wirtschaftsbaumart Fichte in der 8. Klasse Hauptschule

    Autor: Florian Hacker               

    Eingereicht am: 01.04.2010

    Überall in den Medien liest oder hört man vom Klimawandel. Manche Stimmen prognostizieren einen hollywoodreifen Weltuntergang, andere wiederum spielen die Folgen einer Klimaerwärmung herunter. Aber was soll man jetzt glauben?

    Um die zukünftige Entwicklung des Klimas, die allgemein auch mit dem Schlagwort „Klimawandel" belegt wird, abzuschätzen zu können, gibt es zahllose wissenschaftliche Untersuchungen, die auf Grund unterschiedlicher Ansätze und oft auch hintergründig subjektiver Ausrichtungen zu oft unterschiedlichen und teilweise verwirrenden Ergebnissen kommen. Als inzwischen wissen-schaftlich gesichert und weltweit anerkannt kann gelten, dass der Klimawandel zwar ein durchaus natürliches Phänomen ist, das aber durch den Menschen und seine kumulierende Emission von Treibhausgasen stark beschleunigt wird und zu einem schleichenden Anstieg der globalen Oberflächentemperatur geführt hat. In dieser Arbeit werden die Kernaussagen der unterschiedlichen Vorhersagen und Prognosen für Deutschland und Bayern zusammengetragen und diskutiert.

    Einschätzungen der weiteren Klimaentwicklung werden durch intensivere Forschungen nicht nur immer stärker wissenschaftlich abgesichert; oft kann sich dadurch auch die Einschätzung globaler oder regionaler Einschätzungen ändern, eine Entwicklung die zusätzliche Verwirrung in der Öffentlichkeit verursachen kann. So galt es lange Zeit als sicher, dass sich das Klima in Deutschland durch einen kontinuierlichen Temperaturanstieg immer mehr einem submediterranen und mediterranen Klima annähert. Ereignisse der letzten Jahre deuten jedoch auch darauf hin, dass Deutschland in Zukunft immer mehr unter stärker werdendem kontinentalen Einfluss stehen könnte, was auch ein künftiges Steppenklima wie in Südosteuropa und Zentralasien bedeuten könnte.

    Die meisten Folgen des Klimawandels lassen sich in ihrer Tragweite nur vage abschätzen und unterliegen infolge neuer Untersuchungsergebnisse auch ständigen Revisionen ihrer Aussagen und Prognosen. Genaue Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt kennt daher niemand wirklich genau. Die Lebensräume aller Tiere und Pflanzen sind von verschiedenen Standort-faktoren abhängig, von denen das Klima die wichtigste Rolle einnimmt. Betrachtet man die Klimabedingungen in Bayern in den unterschiedlichen Lebensräumen, so kann - neben den anderen standörtlichen Gegebenheiten - ein Unterschied der Jahresdurchschnittstemperatur um nur ein Grad bereits gravierende Auswirkungen bewirken: Ein Großteil unserer gewohnten Tiere und Pflanzen könnte in für sie geeignetere Gebiete abwandern und im Extremfall bei uns sogar aussterben. Andererseits geht man aber auch davon aus, dass neue Tier- und Pflanzenarten aus anderen Regionen zuwandern werden. Wie sich diese Ab- und Zuwanderungen und Arealänderungen genau abspielen könnten, kann nur vermutet werden.

    In dieser Arbeit werden die Auswirkungen des Klimawandels auf unser natürliches und gewohntes Waldbild untersucht. Der Wald nimmt mit etwa einem Drittel der Landfläche den höchsten Anteil Bayerns an natürlichen Lebensräumen ein und beinhaltet in seiner Vielfalt an verschiedenen Standortsbedingungen somit auch die höchste Biodiversität.

    Die Wald- und Forstwirtschaft ist heute einer der Wirtschaftszweige, die bereits am stärksten unter dem Klimawandel zu leiden haben. Erschwerend hinzu kommt die Langfristigkeit der Waldwirtschaft, da die forstlichen Umtriebszeiten nicht unter 70 bis 100 Jahren liegen und somit "learning by doing" infolge der immer kürzeren Zeitspannen der Anpassung keine wirkliche Alternative darstellt. Aus diesem Grund wären zuverlässige Prognosen für die Klimaänderung existenziell wichtig und notwendig, um auch in Zukunft eine stabile Waldbestockung mit den ihr eigenen makro- und mikroklimatischen Standortsbedingungen als Voraussetzung für die Tier- und Pflanzenvielfalt erhalten und garantieren zu können.

    Diese Problematik ist eines der epochaltypischen Schlüsselprobleme der Gesellschaft und sollte ein zentraler Punkt in der Allgemeinbildung eines jeden Schülers sein, um eine Einsicht in die Mitverantwortlichkeit und Bewältigung dieser Probleme zu erlangen.

    Im bayerischen Lehrplan ist diese Problematik im Kern verankert, jedoch nicht konkretisiert. Um solche komplexen fächerübergreifenden Inhalte zu vermitteln, bieten geschlossene oder klassische Unterrichtsformen nur begrenzte Möglichkeiten.  Aus diesem Grund wurde eine offene Unterrichtsform, das Stationenlernen gewählt. Die Schüler sollen sich in kleinen Gruppen alleine mit dem Thema auseinandersetzen und sich eine eigene Meinung bilden. Ein weiterer Gedanke war, den allgemeinen Umweltgedanken der Schüler zu wecken und zu verstärken.

    In der anschließenden Untersuchung der Lernergebnisse konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Sowohl Mädchen als auch Jungen haben gleichgute Resultate erzielt.

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